Existenzgründerprogramm: Authentische Gründungsgeschichten zum Start
Zwölf Monate voller interessanter Seminare zu Praxisführung, Kommunikation, Recht und Finanzen in der Praxis liegen vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Existenzgründerprogramms des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ). Gut, dass der Auftakt zu diesem Curriculum zunächst als „Mutmacher-Veranstaltung“ gedacht ist, bei der Kolleginnen und Kollegen ihre Gründungsgeschichten erzählen – und jede und jeder für sich vermittelt: Es ist nicht immer der ganz gerade Weg, der in die Selbstständigkeit führt, aber jeder Umweg und jede überwundene Hürde lohnt sich. Mit vier spannenden Gründungsgeschichten hat der FVDZ am vergangenen Samstag die Gründerinnen und Gründer in spe zum Existenzgründerprogramm abgeholt. Es waren Geschichten von Gründungen auf dem platten Land ebenso wie in der Großstadt, von spezialisierten wie auch von allgemeinzahnärztlichen Praxen. Es waren vier sehr authentische Geschichten voller Aufbruchstimmung, Zweifel, Umwegen und am Ende großer Zuversicht für die Existenzgründung, verbunden mit der klaren Botschaft: Ziel definieren, Zahlen im Blick behalten, Verbündete schaffen und „einfach machen“. Auch wer den Mutmacher-Auftakt verpasst hat, kann sich weiterhin zum Existenzgründerprogramm des FVDZ anmelden. Das erste Seminar startet Ende Oktober.
Zahnärztetag I: Kollegialer Austausch in der Weimarhalle
Wenn es um das Thema „Von der Wurzel bis zur Krone“ bei einem Zahnärztetag geht, darf der Freie Verband Deutscher Zahnärzte bei der Veranstaltung nicht fehlen. So umfassend, wie das Seminarprogramm zu fachlichen Themen aufgestellt war, informierte der FVDZ mit seinem Stand, gleich neben der Landeszahnärztekammer, in der Weimarhalle zum Thüringer Zahnärztetag zu den Themen Berufspolitik und Nachwuchsarbeit im Freien Verband. Die Thüringer FVDZ-Landesvorsitzende Elisabeth Triebel sowie ihre Stellvertreterin Birgit Götzrath und FVDZ-Projektmanager für Nachwuchsarbeit, Riccardo Schwarz, waren für interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie zahnmedizinische Fachangestellte und Studierende, die ebenfalls zu den Fachvorträgen gekommen waren, am FVDZ-Stand ansprechbar. Zwischen Vorträgen und Seminaren zu innovativen Therapieansätzen und dem Einsatz digitaler Technologien wurde am FVDZ-Stand der kollegiale Austausch gepflegt und genetzwerkt. Auch die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer Romy Ermler sowie KZV-Chef Knut Karst und LZK-Präsident Ralf Kulik schauten am FVDZ-Stand vorbei.
Bayern: Umfrage – Wo drückt der Schuh?
Mit einer Online-Umfrage will sich der FVDZ-Landesverband Bayern ein aktuelles Stimmungsbild darüber verschaffen, wo es im Praxisalltag tatsächlich klemmt, welche Belastungen zunehmen und welche Rahmenbedingungen sich dringend verändern müssen. „Wenn Gesundheitsberufe pauschal als Nutznießer dargestellt werden, lohnt sich ein Blick auf die Realität vor Ort“, sagt Landesvorsitzender Christian Deffner. In der Umfrage, die maximal drei Minuten dauern soll, möchte der FVDZ Bayern von den Zahnärztinnen und Zahnärzten direkt wissen: Was läuft gut? Was belastet? Und was muss sich ändern, damit Zahnmedizin auch künftig flächendeckend und auf hohem Niveau angeboten werden kann. Die Umfrage versteht sich als Realitätscheck aus den Praxen. Denn zwischen politischen Aussagen über das Gesundheitswesen und dem tatsächlichen Alltag einer Zahnarztpraxis liegen mitunter Welten. Die Ergebnisse werden transparent veröffentlicht und in die Kammerarbeit ab 2027 eingebracht. Hier geht’s zur Umfrage.
Zahnärztetag II: Netzwerken, das Früchte trägt
Auch beim sächsischen Zahnärztetag mit circa 600 Teilnehmenden ist der Freie Verband präsent gewesen und zeigte sich im Schulterschluss mit dem Präsidenten der sächsischen Landeszahnärztekammer, Dr. Thomas Breyer, der auch Mitglied im Landesvorstand des Freien Verbandes ist. Unter dem Motto „Tatort Mundhöhle“ gab es neben dem Festredner Joe Bausch viele weitere spannende Vorträge, aber auch ausreichend Zeit für kollegiale Gespräche und zum Netzwerken. Dass das Netzwerken auch Früchte trägt, zeigt die neue Zusammenarbeit des sächsischen Landesverbandes mit dem „Arztpiloten“ Mathias Albrecht als Ansprechpartner für wirtschaftliche und personelle Fragen sowie Praxisoptimierung. Zustande gekommen ist die Kooperation durch das unermüdliche Wirken unserer Geschäftsstellenleiterin Dorthea Glauer.
PKV: Merz Gerechtigkeitsdebatte nimmt Fahrt auf
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang vergangener Woche von Gerechtigkeitsproblemen zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gesprochen hatte, war Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) noch Tage später mit dem Dementi der Aussage beschäftigt. Der Bundeskanzler habe das duale Krankenversicherungssystem nicht grundsätzlich in Frage gestellt, war von Seiten der CDU schnell zu hören. Linnemanns erste Regierungsbefragung vergangene Woche geriet dann auch eher zu einer Erklärung dessen, was Bundeskanzler Merz damit gemeint haben könnte, dass „Entscheidungen in der gesetzlichen Krankenversicherung wirkungsgleich auf die private Krankenversicherung übertragen“ werden sollten. Er fasste dabei die Beamten und die Beihilfe ins Auge. Ausgeführt werden sollen Maßnahmen in drei Etappen. Auch die Kürzung bei den Festzuschüssen für den Zahnersatz in der GKV soll sich in den neuen Maßgaben für die Beihilfe widerspiegeln, indem die Beihilfefähigkeit der Materialkosten abgesenkt wird. Viel Zeit, um über die Details nachzudenken, hat Linnemann vorerst nicht. In dieser Woche steht das neue Spargesetz in der Pflege auf der Tagesordnung – und dort legt Koalitionspartner SPD derzeit ein sehr deutliches Veto ein.
Quelle: Tagesspiegel Background, Tagesschau, Focus
Ärztliche Schweigepflicht: Nachrichtendienstrecht-Reform in der Kritik
Für Ärztinnen und Ärzte müsse derselbe umfassende Vertrauensschutz gelten wie für andere Berufsgeheimnisträger, fordert der Hartmannbund. Anlass ist die erste Lesung im Bundestag über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Nachrichtendienstrechts. Demnach sieht die Neufassung des § 32 für Berufsgeheimnisträger einen unterschiedlich abgestuften Schutz vor: Während für Strafverteidiger, Geistliche, Abgeordnete und Rechtsanwälte ein absolutes Erhebungsverbot gelten soll, ist für Ärzte allein ein relativer Schutz vorgesehen, bei dem das öffentliche Aufklärungs- gegen das Vertraulichkeitsinteresse abgewogen wird. Doch „ohne verlässliche Vertraulichkeit funktioniert medizinische Behandlung in vielen Fällen nicht“, moniert Hartmannbund-Vorsitzender Klaus Reinhardt. Kritik kommt auch von BZÄK, Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.
Quelle: Hartmannbund, BÄK, KBV, BZÄK
Zi: Angestellte können sich Niederlassung vorstellen
Die ambulante Anstellung ist kein Gegenmodell zur eigenen Praxis. Das ergibt eine Angestelltenbefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) unter 3.200 angestellten Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Werden die gewichteten Befragungsanteile auf die Grundgesamtheit von rund 55.000 ambulant Angestellten übertragen, macht das Zi 8.000 Personen mit konkreter Niederlassungsabsicht aus sowie weitere 12.000, die den Schritt nicht ausschließen. Besonders hoch ist die Bereitschaft der unter 35-Jährigen (39,8 Prozent). Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried weist indes darauf hin, dass die Ergebnisse aus der Zeit vor Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes stammen: „Greift der Gesetzgeber mit Steuerungsimpulsen im Sinne politisch gewünschter Leistungen ein und ändert die Voraussetzungen kurzfristig mit Einbußen für die Praxen, führt dies zu Vertrauensverlust. Dies kann die Niederlassungsbereitschaft deutlich beeinträchtigen.“
Quelle: Zi, zm
Einzeln betrachtet überschaubare Summen, doch mit steigender Anzahl an Abonnements werden die Kosten unübersichtlich. Wie man sich den Überblick verschafft.