Wöchentlicher Newsletter FVDZ aktuell

Das FVDZ aktuell bietet jeden Dienstag die wichtigsten News aus der Berufs- und Gesundheitspolitik, dem Verbandsleben sowie Kommentierungen zu ausgewählten Themen in kompakter Form. Außerdem gibt es immer einen Praxistipp und aktuelle Infos über Kongresse, Seminare und Webinare.

 

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Aus dem Verband

20. Deutscher Verbändekongress: FVDZ gewährt Blick in die „Werkstatt“
Der 20. Deutsche Verbändekongress in Bonn hat vergangene Woche deutlich gemacht: So wie der FVDZ stehen auch alle anderen Verbände in Deutschland vor großen strategischen Herausforderungen. Durch den Generationenwechsel weicht klassisches Ehrenamt projektbezogener und zeitlich flexibler Beteiligung. Gleichzeitig steigt der Konkurrenzdruck durch digitale Netzwerke, Plattformen und freie Initiativen. Auch werden die Gesetzgebungsverfahren komplexer und schneller. Durch die mediale Überflutung wird es schwieriger, in der politischen Debatte und der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Darüber hinaus bleibt die Modernisierung eine Aufgabe. Dazu gehören Themen wie KI, Verbandssoftware, CRM-Systeme (analog zum PVS) und digitale Mitgliederkommunikation. Gleichzeitig soll die Wirksamkeit interner Strukturen über Satzungsmodernisierung verbessert werden, während Bürokratie, Inflation und steigende Personalkosten drücken. Der FVDZ führt aktuell ein neues CRM-System ein. Bundesgeschäftsführer Ralf Rausch hat beim Kongress gemeinsam mit dem Softwareanbieter Haus Weilgut den FVDZ als zukunftsgerichteten Verband dargestellt. Der Vortrag war bewusst ein Blick in die „Werkstatt“ und sollte als Basis für den Erfahrungsaustausch zwischen den Verbänden dienen. Gleichzeitig wurden Herausforderungen beleuchtet und die konstruktive Zusammenarbeit im Projekt hervorgehoben.

Aus den Landesverbänden

Sachsen-Anhalt: Praxisteamtag bringt Landesverbände zusammen
Beim Praxisteamtag des FVDZ-Landesverbandes Sachsen-Anhalt in Osterfeld kamen Teilnehmende aus Sachsen-Anhalt und Sachsen zusammen. Als Referent gestaltete Jakob Osada, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, den Praxisteamtag inhaltlich. Zu Gast waren außerdem Birgit Götzrath, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen, und Cornelia Otto, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen. Gemeinsam soll die Zusammenarbeit der mitteldeutschen Landesverbände weiter ausgebaut und intensiviert werden. Der nächste Praxisteamtag findet am 5. Dezember 2026 in Nienburg (Saale) statt.

Hessen: Spannende Themen beim Praxisteamtag
Auch der FVDZ-Landesverband Hessen bietet für Chefinnen und Chefs sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 12. September wieder einen Praxisteamtag an. Die Online-Veranstaltung geht von 9.15 bis 14 Uhr. Themen sind: Konfliktmanagement, Notfallmanagement, Hygieneanforderungen und Effizienzsteigerung in der Zahnarztpraxis durch digitale Prozesse. Teilnehmen können Mitglieder (für 160 Euro), Praxismitarbeiter (130 Euro) und Nichtmitglieder (190 Euro). Anmeldungen unter: wulff@fvdz-hessen.de

Niedersachsen: Kostenlose Fortbildung zu CMD
Zu einer zahnmedizinischen Online-Fortbildung lädt der Landesverband Niedersachsen am 11. November von 18 bis 21 Uhr ein. Dabei geht es um den „Tatort Kiefergelenk – Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)“. Jan Rustemeyer ordnet Diagnostik und Therapie aus fachübergreifender Sicht ein und steht anschließend für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind hier möglich.

Aus der Gesundheitspolitik

FVDZ: Arbeit von Zahnärzten trägt das Gesundheitssystem
Worte haben Macht. Deshalb ist ihr richtiger Gebrauch so wichtig. „Nutznießer“ ist so ein Wort, dessen falscher Gebrauch an der falschen Stelle eine fast explosionsartige Wirkung entfalten kann. Diese bekommt Bundeskanzler Friedrich Merz derzeit aus der Ärzteschaft zu spüren. Er hielt in einer TV-Diskussionsrunde in der vergangenen Woche einer Kinderärztin, die das GKV-Spargesetz und den Kanzler selbst scharf kritisiert hatte, entgegen, dass sie als Ärztin doch auch „Nutznießer des Gesundheitssystems“ sei. Damit zog sich Merz den Zorn der gesamten Ärzte- und Zahnärzteschaft und aller weiteren Heilberufe auf sich. Wenig verwunderlich, wenn man sich die Definition des Wortes und seiner Synonyme anschaut. Laut Duden ist ein Nutznießer eine Person, die den Nutzen von etwas hat oder einen Vorteil aus etwas zieht, was ein anderer erarbeitet hat. Synonym wird das Wort „Schmarotzer“, „Parasit“ und umgangssprachlich auch „Abstauber“ verwendet. Neben vielen anderen Einzelpersonen, Verbänden und Organisationen verwahrte sich der FVDZ ebenfalls gegen die Bezeichnung als „Nutznießer des Gesundheitssystems“: „Zahnärztinnen und Zahnärzte gehören zu denjenigen, die das Gesundheitssystem tragen – durch unsere tägliche Arbeit mit und für unsere Patientinnen und Patienten“, stellte der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl klar. „Ohne diejenigen, die tagtäglich behandeln, Schmerzen lindern, Menschen heilen und auch noch in ihre Praxen investieren, damit dies möglich ist, gäbe es kein funktionierendes Gesundheitssystem.“
Quelle: Tagesspiegel, Bild Zeitung, FVDZ, Duden

FVDZ: Zuckerabgabe klar an Prävention und Versorgung koppeln
Für große Aufregung sorgte in der vergangenen Woche auch ein Eckpunktepapier zur Zuckersteuer aus dem Bundesfinanzministerium. Demnach gehen die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) weit über die „gesüßten Erfrischungsgetränke“, die ursprünglich geplant waren, hinaus. Neben Limonaden sollen demnach auch Säfte, Milchgetränke, Eistees, Biermischgetränke und Fertigkaffees mit der Steuer belegt werden. Die ursprünglich in dem Papier benannten zuckerfreien Getränke wie Light- oder Zero-Limonaden sind nach einer Intervention von Klingbeil selbst wieder vom Tisch. Er bezeichnete das Papier als Arbeitsstand – und dieser sei in der Koalition weder diskutiert noch geeint. Mit ihm werde es aber keine Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke geben. Dafür wurde allerdings klar, dass die Steuer bereits 2027 als echte Steuer und nicht als zweckgebundene Abgabe für das kränkelnde Gesundheitswesen kommen soll. Damit sollen im ersten Jahr 650 Millionen Euro in die Staatskasse gespült werden, später dann 450 Millionen pro Jahr. Der FVDZ kritisierte die geplante Besteuerung: „Wenn man eine Abgabe auf Zucker erhebt oder Zucker besteuert, dann sollte sie zum einen dazu dienen, das Verhalten von Produzenten und Konsumenten zu beeinflussen, und zum anderen sollten zusätzliche Einnahmen strikt an Ausgaben zur Prävention, Aufklärung und Versorgung geknüpft sein“, forderte der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl.
Quelle: Tagesspiegel Background, ZDF, FVDZ

Krankschreibung: SPD-Chefin befürchtet mehr Fehltage
Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat die Pläne der Bundesregierung für eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage gestellt. "Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird“, sagte sie in einem Interview mit der Funke-Medien-Gruppe. Die SPD habe in dem Gesamtpaket nur zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, „obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten“. Die von der CDU gewollten Karenztage oder Kürzung der Lohnfortzahlung seien für die SPD jedoch die schlechteren Alternativen gewesen. Bas‘ Befürchtungen decken sich mit den Ergebnissen einer Umfrage des Sozialverbandes VdK. Es käme vermutlich zu höheren Fehlzeiten als mit der momentan üblichen Regelung der Krankschreibung ab dem dritten Krankheitstag, heißt es dort. Viele Versicherte gaben bei der Befragung an, sie würden sich in dem Fall der Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag vorsorglich für mehrere Tage krankschreiben lassen, um nicht noch einmal zum Arzt zu müssen.
Quelle: Tagesschau, Welt, Tagesspiegel Background

Studie: Welche Erfahrungen haben Sie mit Unterkieferprotrusionsschienen
Die Erfahrungen, Kenntnisse und Einschätzungen von Zahnärztinnen und Zahnärzten im Behandlungsgebiet mit Unterkieferprotrusionsschienen stehen im Fokus einer Studie, die im Rahmen einer Promotion am Zentrum für Schlaf- und Telemedizin der Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen durchgeführt wird. Derzeit läuft eine Befragung zum Thema Bauartwahl von Unterkieferprotrusionsschienen.
Hierfür werden freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Die Bearbeitung des Online-Fragebogens nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Die Teilnahme und die erhobenen Daten werden anonym und vertraulich behandelt. Zur Befragung geht es hier.

Praxistipp der Woche

Die Rente der ZFA stützen
Aufgrund der volatilen Zeiten an den Finanzmärkten rückt die Altersvorsorge verstärkt in den Fokus. Ein diversifiziertes
Portfolio ist gefragt. Aber wie schaut es bei den eigenen Mitarbeitern aus?

Aus dem Verband

GREEN DENTISTRY Award: Jetzt bewerben
Mit dem neuen FVDZ GREEN DENTISTRY Award schafft der Freie Verband Deutscher Zahnärzte erstmals ein Förder- und Auszeichnungsformat, um herausragende Projekte, Initiativen und Persönlichkeiten aus der Zahnmedizin sichtbar zu machen. Ziel des Awards ist es, Ressourcenbewusstsein, innovative Zukunftsideen und gesellschaftliches Engagement zu würdigen und die vielfältigen Leistungen des Berufsstands stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken. „In deutschen Zahnarztpraxen entstehen jeden Tag innovative Ideen und beeindruckendes gesellschaftliches Engagement. Mit dem GREEN DENTISTRY Award möchten wir diesen Einsatz darstellen und zeigen, wie vielfältig Zukunft in der Zahnmedizin aussehen kann“, sagt der Bundesvorsitzende Christian Öttl. Verliehen werden Preise in den drei Kategorien Ressourcenschonung, Innovation und Soziales Engagement. Jede Kategorie ist mit 1.000 Euro Preisgeld dotiert. Bewerben können sich Einzelpersonen, Praxisteams, niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte, zahnärztlich geleitete MVZ sowie gemeinnützige Initiativen bis zum 31. August 2026 hier.

Bundestag: Das GKV-Sparpaket kommt
Das GKV-Sparpaket wird umgesetzt: Am Freitag vergangener Woche hat der Bundestag nach zum Teil heftiger Debatte das Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. Ein Mehr-Länder-Antrag im Bundesrat, das Gesetz zur weiteren Nachbesserung in den Vermittlungsausschuss zu schicken, scheiterte. Wenig leidenschaftlich, dafür an der Sache orientiert – Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte das Sparziel von 18,8 Milliarden Euro vorgegeben – setzten sich die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD im Bundestag für das Gesetz ein. Aus der Opposition dagegen hagelte es umso lebhafter Kritik, sowohl an der handwerklichen Umsetzung des Gesetzes sowie inhaltlich an den geplanten Kürzungen. Ärztliche und zahnärztliche Verbände und Organisationen befürchten ebenfalls erhebliche Einschnitte in der Versorgung durch die Sparmaßnahmen. Wenngleich der FVDZ in der Aufhebung des geplanten Fachzahnarztvorbehalts in der Kieferorthopädie zumindest einen politischen Teilerfolg sieht, bewertet der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl die Rückkehr zur strikten Budgetierung als gravierenden Fehler: „Wir sind keine Kostentreiber im System, sondern wir verhindern Folgekosten durch unser Präventionskonzept“, betont Öttl. „Dafür werden wir jetzt abgestraft. Es ist politisch wenig vorausschauend, gut funktionierende Strukturen zu beschneiden, anstatt sie durch Investition auf Erfolgskurs zu halten.“
Quelle: FVDZ, Tagesspiegel Background, FAZ, Tagesschau

FVDZ-Laufinitiative 2026: Die letzten Termine
Die FVDZ-Laufinitiative 2026 geht in die Schlussphase. Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, dabei zu sein. Wir laden Sie herzlich ein:

•    Frankfurt am Main: B2Run am 3. September 2026
•    Berlin: B2Run am 16. September 2026

Bestellen Sie einfach Ihr Laufshirt, wählen Sie Ihren Standort aus und sichern Sie sich dank unseres Sponsors artiva Ihren kostenlosen Startplatz. Wir freuen uns darauf, Sie an der Startlinie zu begrüßen! Fragen? laufinitiative@fvdz.de

Aus den Landesverbänden

Baden-Württemberg: Landesversammlung setzt klare Signale
Berufspolitischer Austausch, fachliche Impulse und intensive Diskussionen prägten die Landesversammlung des FVDZ Baden-Württemberg am 11. Juli in Ispringen. In seinem Grußwort warnte der Bundesvorsitzende Christian Öttl vor den Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf Prävention und Freiberuflichkeit. Im Schwerpunkt Nachwuchsförderung warb Elisabeth Triebel dafür, junge Kolleginnen und Kollegen für die Standespolitik zu gewinnen – jedoch ohne die, die bereits seit vielen Jahren Verantwortung übernehmen und sich engagieren, aus dem Blick zu verlieren. Auf großes Interesse stieß zudem der Vortrag „Zucker jenseits von Karies“ der Ernährungswissenschaftlerin Friederike Schmidt. In der anschließenden berufspolitischen Aussprache bekräftigte der Landesvorsitzende Joachim Härer die Forderungen nach einem Ende der Budgetierung, dem Abbau von Bürokratie und einer Anpassung des GOZ-Punktwerts. Anschließend verabschiedeten die Delegierten die Anträge einstimmig und setzten ein klares Zeichen für Prävention, Freiberuflichkeit und eine verlässliche zahnmedizinische Versorgung.

Sachsen-Anhalt: Praxisteamtage 2026
Ein starkes Praxisteam ist die Basis für eine erfolgreiche Praxis. Deshalb lädt der FVDZ Sachsen-Anhalt Zahnärztinnen, Zahnärzte und ihre Teams zu den Praxisteamtagen 2026 ein. In angenehmer Atmosphäre erwarten die Teilnehmenden gesetzlich vorgeschriebene Unterweisungen, Notfallmanagement und aktuelle Praxisthemen – praxisnah, verständlich und mit vielen Tipps für den Arbeitsalltag. Auch der persönliche Austausch mit Kolleginnen und Kollegen kommt nicht zu kurz. Der nächste Praxisteamtag findet am 29. August 2026 im Atrium Hotel Amadeus in Osterfeld statt. Ein weiterer Termin folgt am 5. Dezember im Bernstein Acamed Resort in Nienburg. Hier geht's zum Anmeldeformular und zu weiteren Informationen im Flyer.

Schleswig-Holstein: Ostsee-Symposium 2026 in Kiel
Fortbildung mit Fördeblick: Am 12. September erwartet das traditionsreiche Ostsee-Symposium seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem abwechslungsreichen Programm aus Wissenschaft, Praxis und Standespolitik im Maritim Hotel Bellevue Kiel. Peer Kämmerer widmet sich unter anderem der Sedierung von Angstpatienten, der Technik bei Weisheitszahnentfernungen, Rekonstruktionen im Kopf-Hals-Bereich sowie der Behandlung von Kiefergelenkserkrankungen. Kristina Schoepke berichtet über ihre Erfahrungen mit automatischer Behandlungsdokumentation und dem Einsatz von KI in der Praxis. Moderne CAD/CAM-Verfahren, 3D-Druck und Robotik im Zahnarztlabor stehen im Fokus des Vortrags von Nikita Diedrich. Roland Kaden informiert über die korrekte GOZ-Abrechnung und die Möglichkeiten der Freien Vereinbarung. Eine standespolitische Sprechstunde mit Landespolitikern rundet das Programm ab. Hier geht’s zum Programm und zur Anmeldung.

Aus der Gesundheits- und Standespolitik

FDI World Dental Congress 2026 in Prag: Frühbucherrabatt für Mitglieder
Vom 4. bis 7. September lädt der FDI World Dental Congress die internationale Zahnärzteschaft erstmals in die Tschechische Republik nach Prag ein. Erwartet werden mehr als 8.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mehr als 100 Ländern. Das Programm bietet aktuelle Forschungsergebnisse, Innovationen und Best Practices der Zahnmedizin sowie eine große Fachausstellung mit führenden Unternehmen der Dentalbranche. Als Mitglied profitieren Sie von einem Rabatt von 10 Prozent auf die Kongressregistrierung. Nutzen Sie hierfür den Code FDIMEMBERS2026. Das Angebot gilt bis zum 24. Juli 2026, dem Ende der Early-Bird-Registrierung. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.

Europatag: Anerkennung ausländischer Abschlüsse im Fokus
Mit dem brandaktuellen Thema der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen in der EU beschäftigte sich der diesjährige Europatag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin. In Deutschland tritt am 1. November bereits das gerade verabschiedete Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennung in Kraft. Und die EU-Kommission plant für Ende 2026 die Überarbeitung der Berufsanerkennungsrichtlinie, die die Anerkennung beruflicher Qualifikationen durch digitale Verfahren vereinfachen soll. Viel Stoff also für die Experten auf dem Europatag-Panel, die sich vor allem mit der Frage beschäftigten, ob Beschleunigung und Vereinfachung sich mit den hohen Anforderungen des Patientenschutzes in Einklang bringen lassen. BZÄK-Präsidentin Romy Ermler brachte es in ihrer Einleitung auf den Punkt: „Schneller darf nicht schlechter sein.“ Gregor Thüsing, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherheit der Universität Bonn, brachte in seinem Vortrag das bemerkenswerte Detail mit, dass sogar eine „automatische Anerkennung von Abschlüssen aus Drittstaaten im Raum steht“. Auf viel Gegenliebe stoßen solche Gedanken und der Einsatz von KI bei der Prüfung von Dokumenten und Kenntnissen in der Zahnärzteschaft nicht. „Die Kenntnisprüfung ist kein bürokratisches Hindernis, sondern Patientenschutz“, sagte BZÄK-Vizepräsident Ralf Hausweiler. Patientinnen und Patienten müssten sich auf die fachliche Qualität von Zahnärztinnen und Zahnärzten verlassen können, gleichgültig, wo sie ihre Ausbildung absolviert haben.
Quelle: BZÄK, FVDZ

RKI-Studie: Zu wenig zahnärztliche Kontrolluntersuchungen
Mehr als jeder Dritte hat 2024 keine zahnärztliche Kontrolluntersuchung in Anspruch genommen. Das geht aus einer Studie des Robert Koch-Instituts hervor. Erstmals wurden für Deutschland die Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen durch Erwachsene ab 20 Jahren auf der Basis von BEMA-Abrechnungsdaten der KZBV der Jahre 2015 - 2024 analysiert. Die Quote der Inanspruchnahme zahnärztlicher Kontrolluntersuchungen verlief demnach bis 2019 mit rund 64 Prozent konstant, mit einem Rückgang im ersten Pandemiejahr 2020 (62,1 Prozent) und einem allmählichen Anstieg in den Folgejahren bis auf das Ausgangsniveau im Jahr 2024. Männer, jüngere Erwachsene, Hochaltrige sowie Personen in Westdeutschland weisen nach den Zahlen eine geringere Inanspruchsnahmequote auf, wobei sich Ost-West-Unterschiede im Zeitverlauf verringert haben. Damit unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen.
Quelle: änd, RKI

NHS: Engländer sollen für Bewegung belohnt werden
Der Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) will Engländer mit Belohnungen zu mehr Bewegung motivieren. Für diejenigen, die sich einen Monat lang täglich 30 Minuten zu Fuß fortbewegen, soll es Gutscheine oder Vergünstigungen geben. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf die BBC. Der Start der Initiative ist für 2027 geplant. Teilnehmer sollen ihre Strecken digital dokumentieren, etwa über ihr Smartphone oder ihre Smartwatch. Entwickelt wird das Programm mit dem ehemaligen englischen Mittelstreckenläufer Brendan Foster. Die Initiative soll Teil eines umfassenderen Plans zur Verbesserung der Gesundheit werden. Bewegungsmangel stehe im Zusammenhang mit jedem sechsten Todesfall, verlautbart die BBC unter Berufung auf Zahlen des NHS.
Quelle: DÄ, dpa

Praxistipp der Woche

ChatGPT und Co. individuell einstellen

Wegen formaler Fehler gute Leistung nicht bezahlt zu bekommen, das muss nicht sein. Da kann das PVS hilfreich sein.

Aus dem Verband

B2Run-Lauf in Frankfurt: FVDZ-Sportler wieder dabei
Auch nach der Sommerpause geht es sportlich weiter: Der FVDZ ist vergangene Woche beim B2Run-Lauf in Frankfurt am Main zusammen mit 3.000 anderen Läuferinnen und Läufern an den Start gegangen. Die rund 5,4 Kilometer lange Strecke des Firmenlaufs, an dem auch verschiedene Organisationen teilnahmen, führte durch ein Waldgebiet und endete mit dem Zieleinlauf im Deutsche Bank Park – dem Stadion von Eintracht Frankfurt. Die Sportbegeisterten aus dem FVDZ-Landesverband Hessen waren mit ihren persönlichen Zeiten sehr zufrieden und feierten ihren Erfolg nach dem Lauf am Stand des Verbandsberichtet Damian Desoi, Bundesvorstandsmitglied und stellvertretender Landesvorsitzender. 

 

Aus den Landesverbänden

Niedersachsen: Landesverband beeindruckt mit Sichtbarkeit zum Merz-Zitat 
Der FVDZ-Landesverband Niedersachsen hat in der vergangenen Woche in rekordverdächtiger Geschwindigkeit auf das „Nutznießer“-Zitat von Bundeskanzler Friedrich Merz reagiert. Mit sehr persönlichen Aussagen engagierter FVDZ-Mitglieder aus Niedersachsen wurde damit ein wirksames Echo auf die respektlose Formulierung des Kanzlers gegeben. Die Resonanz ist beeindruckend: Das Video wurde innerhalb einer Woche insgesamt 440.000 mal aufgerufen und angeguckt. Dabei wurde der Beitrag 19.600 mal geliked und 1.154-mal repostet. Damit gehört der Post zu den bisher erfolgreichsten Verbandsmeldungen auf Instagram, wo gerade junge Zahnärztinnen und Zahnärzte einen Zugang zur Berufspolitik bekommen sollen. Der Bundesverband freut sich über den Beitrag und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen. Den Beitrag gibt es hier.

Berlin: Die Arbeit in Kammer, KZV und Versorgungswerk im Blick 
Zur Landesversammlung traf sich der FVDZ-Landesverband vergangenen Mittwoch im Ratskeller des Rathaus Schöneberg. Nachdem die Landesvorsitzende Thekla Wandelt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt hatte, standen drei Schwerpunktthemen auf der Agenda: Kammer, KZV und Versorgungswerk. Der FVDZ besetzt in den dortigen Gremien aktuell Schlüsselpositionen und die verantwortlichen FVDZ-Mitglieder berichteten aus erster Hand. Während die Arbeit in der Kammer nach der Wahl sehr gut angelaufen ist, gestaltet sich die Arbeit im KZV-Vorstand aktuell eher schwierig. Auch die Tätigkeit im Versorgungswerk ist voller Herausforderungen, wobei die beteiligten FVDZ-Mitglieder intensiv an der Aufklärung mitarbeiten. Bei den Mitgliedern herrscht Einigkeit, dass in allen Gremien und Funktionen die konstruktive und überparteiliche Arbeit im Mittelpunkt stehen muss. Nach Fragen und Diskussionen zu den Schwerpunktthemen stellte der FVDZ-Geschäftsführer Ralf Rausch dem Landesverband die aktuellen Projekte in der Bundesgeschäftsstelle und seinen Mitarbeiter für das Studierendennetzwerk Riccardo Schwarz vor. Abschließend wurden Jahresabschluss und Haushalt verabschiedet und die Versammlung nach etwa drei Stunden beendet.

Hessen: Fachfortbildung inklusive Yoga 
Eine ganz besondere Fachfortbildung für Zahnarztpraxen zu CMD, Kiefer-Nacken-Spannungen und Stressregulation steht am 20. September von 10 bis 13.30 Uhr in Frankfurt am Main auf dem Programm. Das FVDZ Dental Day Retreat richtet sich an Zahnärztinnen, Zahnärzte und Praxisteams. Ziel ist es, fachliche Zusammenhänge rund um Kiefer, Kaumuskulatur, Haltung, Atmung und Stress besser verständlich zu machen und alltagstaugliche Entlastungsübungen zu vermitteln. Die Teilnehmenden erleben neben der Theorie im Praxisworkshop inklusive Yoga eigene Entlastung, vertiefen ihr Verständnis für funktionelle Zusammenhänge und nehmen konkrete Impulse für den Praxisalltag sowie für die Patientenkommunikation mit. Ergänzend gibt es einen Guide, der die wichtigsten Inhalte des FVDZ Dental Day Retreats zusammenfasst. Zur Anmeldung geht es hier.

Aus der Gesundheitspolitik

Demo in Berlin: Tausende protestieren für eine gute Gesundheitsversorgung
Die Botschaft war deutlich: „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn.“ Unter diesem Motto haben am vergangenen Sonnabend vor dem Reichstagsgebäude in Berlin Tausende von Menschen gegen das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz protestiert. Initiatorin der Kundgebung war die Kinderärztin Bea Merscher, die kurz zuvor in einer TV-Debatte mit Bundeskanzler Friedrich Merz aneinandergeriet, nachdem er Medizinerinnen und Mediziner als „Nutznießer“ des Gesundheitssystems bezeichnete. Gegen diese Aussage und die geplanten Sparmaßnahmen haben Ärzte, Zahnärzte, Praxismitarbeiter, Pflegekräfte, Hebammen, Therapeuten, Apotheker, Rettungskräfte sowie andere Vertreter der Gesundheitsberufe lautstark protestiert. Zahlreiche Redner und Musiker auf der Bühne betonten mit Blick aufs Kanzleramt, dass sie nicht gegen etwas seien, sondern für eine gute Gesundheitsversorgung und den Schutz der Schwächsten im Land. Auch die Zahnärztin Anna Neubert hatte eine Rede zum GKV-Spargesetz vorbereitet. Doch ihr Auftritt fiel wegen eines plötzlichen Wetterumschwungs aus. Für Bea Merscher war die Demo in der Hauptstaderst der Anfang. Sie kündigte an: „Da kommt noch ganz ganz viel. Weitere Demos in anderen Städten sind in Planung.

Gesundheitsökonom: Merz Aussagen sind „absolut vertretbar“
Auch sonst hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit seiner „Sie sind Nutznießer des Gesundheitssystems“-Aussage ganz schön was ins Rollen gebracht. Internet und soziale Medien brachen in der vergangenen Woche förmlich auseinander von Videos und Bildern von Hausärzten, Fachärzten, Zahnärzten und Mitgliedern anderer Heilberufe. Nicht alle haben das Thema so heiter ironisch aufbereitet wie zwei Hebammen, die sich Sekt schlürfend im Kreißsaal räkelten. Den meisten war es mit den Beschreibungen ihres Arbeitsalltags bitterernst – und vermutlich hat Kanzler Merz noch nie so viele Einladungen in die Praxen der Republik bekommen, um sich den Arbeitsalltag mal anzuschauen, wie in der vergangenen Woche. Denn „Nutznießer“ klinge für viele Ärzte wie ein Schlag ins Gesicht, wie die Bild-Zeitung feststellte. Um gleich noch einen draufzusetzen und zwei Ökonomen zu zitieren, die die Aussagen des Bundeskanzlers für „absolut vertretbar“ hielten. Ärzte gehörten wirtschaftlich zu den privilegiertesten Berufsgruppen in Deutschland, gleichzeitig werde das System überwiegend durch Pflichtbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert, wird Nicolas R. Ziebarth Professor am Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung zitiert. Aussagen, die nicht unbedingt zur Befriedung des Konflikts beitragen. 
Quelle: Bild 

ePA für alle“: Nicht für jeden zu handhaben
Zwar kennen sie fast alle, doch noch lange nicht jeder nutzt sie: Die „ePA für alle“ – die elektronische Patientenakte, die für jeden zugänglich und nutzbar sein sollte und der man aktiv widersprechen muss, wenn man sie nicht haben will – droht eine „ePA für wenige” zu werden. Zu dieser Erkenntnis kommt eine repräsentative Befragung der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Die Registrierungsphase sei bereits der kritische Punkt, an dem viele Zugangsversuche der Patientinnen und Patienten scheitere. In Zahlen heißt das: Die ePA ist 87 Prozent der Befragten ein Begriff, aber nur 21 Prozent der potenziellen Nutzerinnen und Nutzer hat überhaupt einen Versuch unternommen, sich in ihrer ePA anzumelden – wovon wiederum die Hälfte scheiterte. Die Anmeldung wurde von gut einem Drittel Anmeldewilligen als frustrierend eingestuft. Ein knappes Drittel der Anmeldewilligen hatte einfach die nötigen Zugangsdaten nicht parat und mehr als 30 Prozent brachen den Anmeldeprozess ab, weil er zu komplex und lang sei. Die Forscher folgern aus den Ergebnissen, dass die Digitalisierung administrative Hürden nicht automatisch beseitigt, sondern sogar neue Formen von Zugangsbarrieren erzeugt.
Quelle: Heise online 

BÄK: Strategiepapier zu Krieg und Krise
Die Politik müsse das Gesundheitswesen resilienter für Krisensituationen wie einen Bündnis- oder Verteidigungsfall machen, fordert die Bundesärztekammer (BÄK) in einem Strategiepapier mit Blick auf das lange schon angekündigte Gesundheitssicherstellungsgesetz (GeSiG). In dem Papier werden auch Aufgaben ärztlicher Selbstverwaltung definiert. Entscheidend werde sein, die Zuständigkeiten der Vielzahl der im Krisenfall beteiligten Akteure eindeutig zuordnen und koordinieren zu können. Indes sieht die BÄK weiterhin Regelungsbedarf beim Zusammenwirken von Akteuren und Ebenen, bei Versorgung, Ausstattung und Bevorratung sowie Verfügbarkeit des Gesundheitspersonals. Deshalb müsse auf Bundesebene ein Lagezentrum eingerichtet werden, in dem Informationen über Kapazitäten in der Patientenversorgung in Echtzeit sowie hinsichtlich Menge und Standort zusammenlaufen – zur Verfügbarkeit von Personal, Betten, ambulanten Kapazitäten, Sanitätsmittelvorräten, Infektionsgeschehen sowie Tarnsport- und Logistikkapazitäten. Arbeitsteilige Strukturen seien nötig, um Kapazitäten skalierbar zu halten. Quelle: DÄ, BÄK 

SpiFa vs. HÄV: Streit um Primärversorgung
Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband hat in einem Forderungspapier Bedingungen formuliert für die geplante Primärversorgungsreform. Die „Marschroute“ laute: „mehr HZV (Hausarztzentrierte Versorgung), mehr Teamversorgung, mehr Verbindlichkeit“. Die HZV sei strukturell wie finanziell der „Rettungsanker“ für Hausarztpraxen, zugleich sei sie „Innovationsmotor“, gerade im Bereich der Teamversorgung. An der HZV dürfe „in keiner Weise gerüttelt werden“. In puncto Verbindlichkeit heißt es, gebraucht würden „Konsequenzen“ für Patienten, die sich nicht an die „Regeln“ hielten und direkt Facharztpraxen aufsuchten; neben Notfällen sollten Ausnahmen nur für den Gang zum Augenarzt, Gynäkologen und Psychotherapeuten gelten. Kritik kommt vom Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa). Es sei ein „Irrtum“ zu denken, Hausarztpraxen könnten die meisten Patienten behandeln, ohne sie überweisen zu müssen; zwei von drei Behandlungsfällen versorge der Facharzt. Es sei „Realitätsverweigerung“ zu meinen, Hausarztpraxen könnten künftig den überwiegenden Teil der Versorgung fallabschließend übernehmen.  
Quelle: änd, HÄV

Praxistipp der Woche

Praxispartner richtig absichern 

In Verträgen von Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) sind gegenseitige Vertretungszeiten und ergänzende Regelungen im Krankheitsfall/Berufsunfähigkeit oft nur oberflächlich behandelt. In den meisten Fällen ist den Praxispartnern nicht bewusst, dass in manchen Formulierungen existenzielle Risiken schlummern. 

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