
Das FVDZ aktuell bietet jeden Dienstag die wichtigsten News aus der Berufs- und Gesundheitspolitik, dem Verbandsleben sowie Kommentierungen zu ausgewählten Themen in kompakter Form. Außerdem gibt es immer einen Praxistipp und aktuelle Infos über Kongresse, Seminare und Webinare.
FVDZ GREEN DENTISTRY Award: Die Preisträger stehen fest
Es gab viele beeindruckende Bewerbungen. Nun stehen die Preisträger des neuen FVDZ GREEN DENTISTRY Awards fest: Mit dem Projekt „Special Smiles“ erreichte Anna-Lena Hillebrecht in der Kategorie „Soziales Engagement“ den ersten Platz. In der Kategorie „Ressourcenbewusstsein“ gewann Dr. Sven Molitor mit dem Projekt „Mehrweg statt Einweg“. Die dritte Erstplatzierte heißt Dr. Lisa Hezel. Sie konnte in der Kategorie „Innovation“ mit dem Projekt „Lückenschluss im Versorgungsmangel“ überzeugen. Zudem wurden zweite und dritte Plätze vergeben. Der Freie Verband Deutscher Zahnärzte hatte den Preis zum ersten Mal ausgerufen. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Jeannine Bonaventura ist beeindruckt von den vielen tollen Bewerbungen: „Mit dem FVDZ GREEN DENTISTRY Award wollen wir zeigen, wie vielfältig Nachhaltigkeit in der Zahnmedizin bereits gelebt wird. Unsere Kolleginnen und Kollegen übernehmen Verantwortung weit über den Praxisalltag hinaus. Genau dieses Engagement möchten wir sichtbar machen, würdigen und andere ermutigen, eigene Ideen umzusetzen.“ Die Preisverleihung findet während der FVDZ-Hauptversammlung vom 8.–10. Oktober in Kassel statt. Weitere Infos gibt es hier.
Wichtiger Austausch: Bundestagsabgeordneter zu Gast in Zahnarztpraxis
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roland Theis hat die Zahnarztpraxis von Jeannine Bonaventura in St. Wendel besucht. Die stellvertretende FVDZ-Bundesvorsitzende sprach mit ihm über aktuelle Herausforderungen der Zahnärzteschaft und notwendige gesundheitspolitische Rahmenbedingungen.Im Mittelpunkt stand die Prävention. Dabei ging es nicht nur um die Bedeutung regelmäßiger zahnärztlicher Vorsorge, sondern auch um die Möglichkeiten, durch frühzeitige Aufklärung und gezielte Maßnahmen langfristig Erkrankungen und Folgekosten zu vermeiden. Ein weiterer Schwerpunkt: die Rolle der Zahnmedizin bei der Früherkennung von gesundheitlichen Folgen des Drogenkonsums.Auch die Budgetierung zahnärztlicher Leistungen und ihre Auswirkungen auf die präventionsorientierte Versorgung wurden thematisiert. Ebenso der freiwillige Mutterschutz für selbstständige Zahnärztinnen und die besonderen Herausforderungen, die eine Schwangerschaft für Praxisinhaberinnen mit sich bringt. Für Bonaventura ist der direkte Austausch zwischen Politik und Praxis von besonderer Bedeutung: „Wer über die Zukunft unserer Gesundheitsversorgung entscheidet, muss auch wissen, wie der Alltag in einer Zahnarztpraxis aussieht. Deshalb ist es wichtig, dass wir miteinander sprechen und die Probleme dort aufzeigen, wo sie tatsächlich entstehen.“
Wieder dabei: der FVDZ auf der infotage FACHDENTAL Stuttgart
Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist der Freie Verband Deutscher Zahnärzte als offizieller Partner der infotage Fachdental Messe mit einem eigenen Stand in Stuttgart vertreten. Am 16. und 17. Oktober stehen wir Ihnen für einen persönlichen Austausch, Diskussionen und Praxistipps zur Verfügung und freuen uns auf Ihren Besuch am Messestand 4A64 in Halle 4. Neben einer Vielzahl an praxisrelevanten Dienstleistungen, neuen Produkten und fortschrittlichen Technologien bietet zudem die dental arena spannende Fachvorträge.
Nikita Diedrich vom FVDZ-Landesverband Niedersachsen wird am Freitagnachmittag das Thema „Praxislabor der Zukunft: Automatisierung, KI und neue Wertschöpfung“ beleuchten. Sichern Sie sich mit dem Code: FVDZ2026STR jetzt Ihr kostenfreies Messeticket.
ZA:vor Ort: Afterworkevent mit spannendem Thema
Parallel zur infotage Fachdental Messe ist auch unser Partner ZA eG wieder mit der Veranstaltungsreihe „ZA:vor Ort“ in Stuttgart vertreten. Am Freitag, 16.Oktober, referieren Dana Tesch und Andreas Jahnke auf dem Afterworkevent zum Thema „Politik trifft Praxis: WIR bleiben erfolgreich“. Treffen Sie vom FVDZ Jeannine Bonaventura, Joachim Härer und Ralf Rausch, und nutzen Sie in entspannter Atmosphäre entspannte Gespräche und das Netzwerken beim anschließenden gemeinsamen Abendessen. Die Teilnahme ist kostenlos und wird mit zwei Fortbildungspunkten bewertet. Alle Informationen und die Anmeldung zum Event finden Sie hier.
Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen: Gemeinsame Vorstandssitzung
Zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung haben sich die Landesverbände Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen am vergangenen Mittwoch in den Räumen der ApoBank in Jena getroffen. Im Mittelpunkt standen die Vorbesprechung der Hauptversammlung sowie der bereits in OpenSlides eingereichten Anträge. Intensiv diskutiert wurden insbesondere die geplante Resolution mit dem Thema Fachzahnarztvorbehalt, die Regelungen zum Mutterschutz sowie die wachsenden Herausforderungen in der Patientenkommunikation. Darüber hinaus sprachen die Vorstände über die aktuelle politische Lage in ihren jeweiligen Bundesländern. Die gemeinsame Tagung unterstreicht die enge Zusammenarbeit der drei Landesverbände, die inzwischen unter anderem auch einen gemeinsamen Social-Media-Auftritt pflegen.
Bezirksgruppe Leipzig: Personalgewinnung im Fokus
Beim thematischen Stammtisch der FVDZ-Bezirksgruppe Leipzig drehte sich am 29. September im Apels Garten alles rund um das Thema Personal. Referent Hans Schmid zeigte den 14 anwesenden Mitgliedern verschiedene Möglichkeiten zur Personalgewinnung und -bindung auf. Im Anschluss wurden die Impulse aufgegriffen und gemeinsam diskutiert.
Westfalen-Lippe: „Ein vorbildlicher Landesverband“
Wie viel Misstrauen verträgt ein freier Beruf, bevor Qualitätskontrolle nur noch Bürokratie produziert? Diese Frage stand bei der Landesversammlung des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ) in Westfalen-Lippe im Fokus. Nicht nur Kammerpräsident Gordon Sistig zeichnete ein Bild von einer überbordenden Bürokratie und wie diese Zahnärztinnen und Zahnärzte daran hindert, sich um ihre Patientinnen und Patienten kümmern zu können. Auch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz war Thema bei der Landesversammlung. Hier nahm Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der KZVWL, die Finanzen ins Visier und inwiefern die Sparmaßnahmen den Praxen schadet. Mit Staatssekretär Matthias Heidmeier war die Landespolitik zu Gast. Er sagte, die Selbstverwaltung bleibe ein verlässlicher und unabdingbarer Partner. Auch der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl hatte eine deutliche Anerkennung parat. Er lobte den Landesverband Westfalen-Lippe als „Vorbild“ bei der Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung und dem sorgsamen Umgang mit den Finanzen. Landesvorsitzende Patricia Wachter zog Bilanz eines Jahres voller Aktivitäten: Erstsemesterkittel, Examensabende, Zahnärztetag Gütersloh, politische Lobbyarbeit zum Fachzahnarztvorbehalt – und vor allem die Arbeit in Ausschüssen und Führungspositionen der Körperschaften.
Zuckersteuer: Kanzleramt kassiert ersten Entwurf
Das Bundesfinanzministerium hat vergangene Woche einen Referentenentwurf zur Zuckersteuer vorgelegt. Darin ist eine Besteuerung von zuckergesüßten Getränken ab einem Zuckergehalt von mehr als 5 Gramm pro hundert Milliliter vorgesehen. In drei Stufen soll die Steuer dann je nach Zuckergehalt von 26 Cent pro Liter auf 38 Cent pro Liter steigen. Kaum war der Entwurf jedoch öffentlich geworden, wurde er aus dem Kanzleramt gestoppt. „Nicht mehrheitsfähig“ hieß es von dort. Zu sehr weiche der Entwurf von den Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit (FKG) ab – insbesondere hatte die FKG geringere Steuersätze und nur eine zweistufige Staffelung vorgeschlagen. Das Veto aus dem Kanzleramt zu dem noch nicht in den Ressorts geeinten Entwurf wird in Regierungskreisen offenbar auch als Machtdemonstration gewertet, um zu zeigen, dass das CDU-geführte Kanzleramt nicht alle Steuererhöhungspläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) durchwinke. Bereits im Sommer war Klingbeil mit einem internen Papier zur Zuckersteuer, in dem auch mit Zuckerersatzstoffen gesüßte Getränke, Milchmixgetränke sowie Wein und Bier ohne Alkohol unter die Zuckersteuer fallen sollten, angeeckt und schnell zurückgerudert. Für sein jetzt vorgelegtes Gesetz sieht der Finanzminister trotz Veto aus dem Kanzleramt noch gute Chancen und geht laut Spiegel von einer schnellen Einigung aus.
Quelle: Tagesspiegel Background, Spiegel, BMF
Pflegegesetz: Nach Streit verabschiedet das Kabinett PNOG-Entwurf
Das Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) hat die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD vergangene Woche noch einmal ordentlich durchgeschüttelt. Obwohl der Gesetzentwurf bereits erstmals diskutiert wurde, als Nina Warken noch Gesundheitsministerin war, konnte über die Monate hinweg kaum Einigkeit erzielt werden. Der neu entbrannte erbitterte Streit um das PNOG konnte dann auch erst kurz vor der Kabinettsitzung vergangene Woche – zumindest vorerst – beigelegt werden. Das Kabinett verabschiedete den Entwurf in letzter Minute. Mit den Maßnahmen des PNOG soll die Pflegeversicherung zumindest kurzfristig finanziell stabilisiert werden – ähnlich wie die GKV mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Addiert man die im Entwurf ausgewiesenen Posten der einzelnen Maßnahmen, ergeben sich rechnerisch etwa 14 Milliarden Euro. Um Strukturreformen in der Pflegeversicherung soll sich – ebenfalls analog zur Finanzkommission Gesundheit – nun eine eigens eingerichtete Kommission Gedanken machen, um langfristige Stabilität zu erreichen.
Quelle: Tagesspiegel Background, Tagesschau
Umfrage: Mehrheit will staatliche Maßnahmen zur Terminvergabe
Das Thema soziale Gerechtigkeit ist eng verknüpft mit der Gesundheitsversorgung. Nun hat Bundeskanzler Friedrich Merz selbst erst vor wenigen Wochen die „Gerechtigkeitsfrage“ im Zusammenhang mit dem dualen Krankenversicherungssystem gestellt. Anlass genug für den Focus, noch mal genauer nachzufragen. Auf die Frage, ob die medizinische Behandlung von GKV- und PKV-Versicherten gerecht sei, haben etwa drei Viertel der Befragten ein Gefühl der Ungerechtigkeit. Nur 17 Prozent halten es für gerecht – was immerhin mehr ist als der prozentuale Anteil von Privatversicherten. Festgemacht wird die größte „Ungerechtigkeit“ an der Terminvergabe. 71 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen müsse, um Unterschieden bei der Terminvergabe entgegenzuwirken. Diese Forderung findet darüber hinaus bei den Anhängern aller Parteien eine klare Mehrheit.
Quelle: Focus
„Mutterschutz für Alle“: Zukunftsgipfel sucht tragfähige Lösungen
Zum Zukunftsgipfel hat das Bündnis „Mutterschutz für Alle“ heute in Berlin eingeladen – eingestimmt mit einer Kundgebung am frühen Morgen vor dem Reichstagsgebäude. Die Forderung des Bündnisses ist klar: Die Politik soll eine Mutterschutzregelung schaffen, die Selbstständige einschließt – egal ob Handwerkerin, IT-Unternehmerin, Musikerin oder Zahnärztin. Der Zukunftsgipfel steht deshalb unter der Überschrift: Vereinbarkeit ist Wirtschaftspolitik. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist eine gesetzliche Mutterschutzregelung bereits vereinbart – an der Umsetzung fehlt es allerdings, denn es gibt zu viele offene Fragen, besonders die der Finanzierung. Das Bündnis sieht allerdings Chancen für eine gesetzliche Regelung, die jetzt noch in den Entwurf zur Elterngeldreform einfließen könnte. Josephine Ortleb, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Familienpolitikerin, dämpft die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung. „Es ist ein komplexes Thema, für das es keine einfache Lösung gibt“, sagt sie. Die SPD-Politikerin äußert, sie sei für eine Umlage-Finanzierung zu haben, die allerdings von der CDU weitgehend abgelehnt werde. „Es kann auch keine Lösung geben, die für alle Selbstständigen passt, dafür sind die Branchen und Betriebe zu unterschiedlich“, macht Ortleb deutlich. Die Forderungen des Bündnisses finden große politische Unterstützung: Auch Silvia Breher (CDU), die ehemalige Familienministerin Lisa Paus und der Fachsprecher für Wirtschaft, Michael Kellner (beide Grüne) sowie weitere Bundestagsabgeordnete kamen zur Kundgebung auf der Reichstagswiese.
Quelle: FVDZ
Kleine Extras, große Wirkung
Steuerfeie Benefits können im Praxisteam die Motivation fördern und langfristig zur Personalbindung beitragen. Was ist zu beachten?
Den gesamten DFZ-Artikel finden Sie hier.
Existenzgründerprogramm: Authentische Gründungsgeschichten zum Start
Zwölf Monate voller interessanter Seminare zu Praxisführung, Kommunikation, Recht und Finanzen in der Praxis liegen vor den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Existenzgründerprogramms des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte (FVDZ). Gut, dass der Auftakt zu diesem Curriculum zunächst als „Mutmacher-Veranstaltung“ gedacht ist, bei der Kolleginnen und Kollegen ihre Gründungsgeschichten erzählen – und jede und jeder für sich vermittelt: Es ist nicht immer der ganz gerade Weg, der in die Selbstständigkeit führt, aber jeder Umweg und jede überwundene Hürde lohnt sich. Mit vier spannenden Gründungsgeschichten hat der FVDZ am vergangenen Samstag die Gründerinnen und Gründer in spe zum Existenzgründerprogramm abgeholt. Es waren Geschichten von Gründungen auf dem platten Land ebenso wie in der Großstadt, von spezialisierten wie auch von allgemeinzahnärztlichen Praxen. Es waren vier sehr authentische Geschichten voller Aufbruchstimmung, Zweifel, Umwegen und am Ende großer Zuversicht für die Existenzgründung, verbunden mit der klaren Botschaft: Ziel definieren, Zahlen im Blick behalten, Verbündete schaffen und „einfach machen“. Auch wer den Mutmacher-Auftakt verpasst hat, kann sich weiterhin zum Existenzgründerprogramm des FVDZ anmelden. Das erste Seminar startet Ende Oktober.
Zahnärztetag I: Kollegialer Austausch in der Weimarhalle
Wenn es um das Thema „Von der Wurzel bis zur Krone“ bei einem Zahnärztetag geht, darf der Freie Verband Deutscher Zahnärzte bei der Veranstaltung nicht fehlen. So umfassend, wie das Seminarprogramm zu fachlichen Themen aufgestellt war, informierte der FVDZ mit seinem Stand, gleich neben der Landeszahnärztekammer, in der Weimarhalle zum Thüringer Zahnärztetag zu den Themen Berufspolitik und Nachwuchsarbeit im Freien Verband. Die Thüringer FVDZ-Landesvorsitzende Elisabeth Triebel sowie ihre Stellvertreterin Birgit Götzrath und FVDZ-Projektmanager für Nachwuchsarbeit, Riccardo Schwarz, waren für interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie zahnmedizinische Fachangestellte und Studierende, die ebenfalls zu den Fachvorträgen gekommen waren, am FVDZ-Stand ansprechbar. Zwischen Vorträgen und Seminaren zu innovativen Therapieansätzen und dem Einsatz digitaler Technologien wurde am FVDZ-Stand der kollegiale Austausch gepflegt und genetzwerkt. Auch die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer Romy Ermler sowie KZV-Chef Knut Karst und LZK-Präsident Ralf Kulik schauten am FVDZ-Stand vorbei.
Bayern: Umfrage – Wo drückt der Schuh?
Mit einer Online-Umfrage will sich der FVDZ-Landesverband Bayern ein aktuelles Stimmungsbild darüber verschaffen, wo es im Praxisalltag tatsächlich klemmt, welche Belastungen zunehmen und welche Rahmenbedingungen sich dringend verändern müssen. „Wenn Gesundheitsberufe pauschal als Nutznießer dargestellt werden, lohnt sich ein Blick auf die Realität vor Ort“, sagt Landesvorsitzender Christian Deffner. In der Umfrage, die maximal drei Minuten dauern soll, möchte der FVDZ Bayern von den Zahnärztinnen und Zahnärzten direkt wissen: Was läuft gut? Was belastet? Und was muss sich ändern, damit Zahnmedizin auch künftig flächendeckend und auf hohem Niveau angeboten werden kann. Die Umfrage versteht sich als Realitätscheck aus den Praxen. Denn zwischen politischen Aussagen über das Gesundheitswesen und dem tatsächlichen Alltag einer Zahnarztpraxis liegen mitunter Welten. Die Ergebnisse werden transparent veröffentlicht und in die Kammerarbeit ab 2027 eingebracht. Hier geht’s zur Umfrage.
Zahnärztetag II: Netzwerken, das Früchte trägt
Auch beim sächsischen Zahnärztetag mit circa 600 Teilnehmenden ist der Freie Verband präsent gewesen und zeigte sich im Schulterschluss mit dem Präsidenten der sächsischen Landeszahnärztekammer, Dr. Thomas Breyer, der auch Mitglied im Landesvorstand des Freien Verbandes ist. Unter dem Motto „Tatort Mundhöhle“ gab es neben dem Festredner Joe Bausch viele weitere spannende Vorträge, aber auch ausreichend Zeit für kollegiale Gespräche und zum Netzwerken. Dass das Netzwerken auch Früchte trägt, zeigt die neue Zusammenarbeit des sächsischen Landesverbandes mit dem „Arztpiloten“ Mathias Albrecht als Ansprechpartner für wirtschaftliche und personelle Fragen sowie Praxisoptimierung. Zustande gekommen ist die Kooperation durch das unermüdliche Wirken unserer Geschäftsstellenleiterin Dorthea Glauer.
PKV: Merz Gerechtigkeitsdebatte nimmt Fahrt auf
Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang vergangener Woche von Gerechtigkeitsproblemen zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung gesprochen hatte, war Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) noch Tage später mit dem Dementi der Aussage beschäftigt. Der Bundeskanzler habe das duale Krankenversicherungssystem nicht grundsätzlich in Frage gestellt, war von Seiten der CDU schnell zu hören. Linnemanns erste Regierungsbefragung vergangene Woche geriet dann auch eher zu einer Erklärung dessen, was Bundeskanzler Merz damit gemeint haben könnte, dass „Entscheidungen in der gesetzlichen Krankenversicherung wirkungsgleich auf die private Krankenversicherung übertragen“ werden sollten. Er fasste dabei die Beamten und die Beihilfe ins Auge. Ausgeführt werden sollen Maßnahmen in drei Etappen. Auch die Kürzung bei den Festzuschüssen für den Zahnersatz in der GKV soll sich in den neuen Maßgaben für die Beihilfe widerspiegeln, indem die Beihilfefähigkeit der Materialkosten abgesenkt wird. Viel Zeit, um über die Details nachzudenken, hat Linnemann vorerst nicht. In dieser Woche steht das neue Spargesetz in der Pflege auf der Tagesordnung – und dort legt Koalitionspartner SPD derzeit ein sehr deutliches Veto ein.
Quelle: Tagesspiegel Background, Tagesschau, Focus
Ärztliche Schweigepflicht: Nachrichtendienstrecht-Reform in der Kritik
Für Ärztinnen und Ärzte müsse derselbe umfassende Vertrauensschutz gelten wie für andere Berufsgeheimnisträger, fordert der Hartmannbund. Anlass ist die erste Lesung im Bundestag über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Nachrichtendienstrechts. Demnach sieht die Neufassung des § 32 für Berufsgeheimnisträger einen unterschiedlich abgestuften Schutz vor: Während für Strafverteidiger, Geistliche, Abgeordnete und Rechtsanwälte ein absolutes Erhebungsverbot gelten soll, ist für Ärzte allein ein relativer Schutz vorgesehen, bei dem das öffentliche Aufklärungs- gegen das Vertraulichkeitsinteresse abgewogen wird. Doch „ohne verlässliche Vertraulichkeit funktioniert medizinische Behandlung in vielen Fällen nicht“, moniert Hartmannbund-Vorsitzender Klaus Reinhardt. Kritik kommt auch von BZÄK, Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung.
Quelle: Hartmannbund, BÄK, KBV, BZÄK
Zi: Angestellte können sich Niederlassung vorstellen
Die ambulante Anstellung ist kein Gegenmodell zur eigenen Praxis. Das ergibt eine Angestelltenbefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) unter 3.200 angestellten Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten. Werden die gewichteten Befragungsanteile auf die Grundgesamtheit von rund 55.000 ambulant Angestellten übertragen, macht das Zi 8.000 Personen mit konkreter Niederlassungsabsicht aus sowie weitere 12.000, die den Schritt nicht ausschließen. Besonders hoch ist die Bereitschaft der unter 35-Jährigen (39,8 Prozent). Zi-Vorstandsvorsitzender Dr. Dominik von Stillfried weist indes darauf hin, dass die Ergebnisse aus der Zeit vor Inkrafttreten des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes stammen: „Greift der Gesetzgeber mit Steuerungsimpulsen im Sinne politisch gewünschter Leistungen ein und ändert die Voraussetzungen kurzfristig mit Einbußen für die Praxen, führt dies zu Vertrauensverlust. Dies kann die Niederlassungsbereitschaft deutlich beeinträchtigen.“
Quelle: Zi, zm
Einzeln betrachtet überschaubare Summen, doch mit steigender Anzahl an Abonnements werden die Kosten unübersichtlich. Wie man sich den Überblick verschafft.
Vorstandssitzungen: FVDZ stimmt geschlossen für das duale System
Mit einem klaren Bekenntnis zum dualen System ist am vergangenen Freitag die jüngste Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes (EV) zu Ende gegangen. Der Bundesvorstand und die Landesvorsitzenden stimmten (bei einer Enthaltung) erneut geschlossen für das aktuelle System mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Zu Beginn der hybriden Sitzung in Kiel, zu der die Landesverbände online zugeschaltet wurden, kündigte der Bundesvorsitzende Christian Öttl an, dass es die Forderung nach einem Ausstieg aus der GKV mit ihm an der Spitze des Verbandes nicht geben werde. „Momentan sind 18 Milliarden Euro für die Zahnmedizin im Topf. Wenn wir das System verlassen, ist das Geld weg.“ Aus den 17 Landesverbänden kam mehrheitlich Zustimmung. Christian Honert aus Rheinland-Pfalz prognostizierte, dass ein GKV-Ausstieg für Zahnarztpraxen massive Folgen haben werde. „Wir verlieren junge Kolleginnen und Kollegen, und selbst etablierte Praxen könnten das finanziell eventuell nicht überleben.“ Auch Andreas Koch aus Hessen will am dualen System festhalten: „Wir sollten das jetzige Kassensystem nicht kaputtreden, sondern mit den 18 Milliarden arbeiten, die wir haben“, sagte der Landesvorsitzende. Im Anschluss an die EV-Runde stand der BV noch den Landes- und Bezirksgruppenvorsitzenden in einer Online-Sprechstunde zur Verfügung. Hier gab es unter anderem Infos zur bevorstehenden Hauptversammlung im Oktober in Kassel.
Ostseesymposium: „Wie geht es weiter in der Gesundheitspolitik“
Der FVDZ-Bundesvorstand hat seine Sitzung nach Kiel verlegt, um parallel auch an dem Ostseesymposium des Landesverbandes Schleswig-Holstein teilzunehmen. Dort gab es am Sonnabend eine politische Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Joachim Hüttmann diskutierten FVDZ-Bundesvorsitzender Christian Öttl, FDP-Landtagsabgeordneter und früherer Gesundheitsminister Schleswig-Holsteins Heinrich Garg sowie der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Hauke Hansen über die Frage: „Wie geht es weiter in der Gesundheitspolitik und mit der Zahnmedizin?“. Während Garg das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als „reines Kostendämpfungsgesetz“ bezeichnete, das keine Strukturprobleme löse, räumte Hansen ein, dass die aktuelle Bundespolitik „nicht 100 Prozent der Menschen überzeuge“, aber das oberste Ziel sein müsse, die Freiberuflichkeit zu erhalten. Öttl kritisierte, dass das neue Spargesetz die künftigen Honorarsteigerungen einschränke, während die Kosten in den Praxen immer weiter stiegen. Der FVDZ-Bundesvorsitzende betonte auch in dieser Diskussion, dass zum jetzigen Zeitpunkt an dem dualen Krankenversicherungssystem festgehalten werden müsse. „Das System soll die Basis unserer Arbeit und Abrechnung sein.“ Und der FDP-Politiker Garg schlug vor, im bestehenden System die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen, damit jeder Versicherte selbst entscheiden könne, für welches Krankenkassenmodell er sich entscheide.
PKV-Herbstfest: Kommunikation und Austausch zu Gebührenordnungen
Vergangenen Mittwoch haben der Bundesvorsitzende Christian Öttl und Bundesgeschäftsführer Ralf Rausch den FVDZ beim PKV-Herbstfest in Berlin vertreten. Die Veranstaltung fand erstmalig im Museum für Kommunikation statt, was auch das Motto der Veranstaltung prägen sollte. Passend dazu wurde die Reichweite in Social-Media des begleitenden A-capella-Quartetts German Gents hervorgehoben. Inhaltlich teilte der PKV-Verband vor allem seine Sorge um die jüngeren Menschen in Deutschland. In Richtung der Politik und des neuen Gesundheitsministers wurden mutige, strukturelle und langfristig tragfähige Reformen gefordert. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther und Bundeszahnärztekammerpräsidentin Romy Ermler hat Öttl die gemeinsame Haltung zur Zukunft der Gebührenordnungen betont. Dieses Mal stand tatsächlich die GOÄ im Mittelpunkt, wobei bei wesentlichen Punkten eine vernünftige Lösung möglich scheint. Darüber hinaus fanden Gespräche mit weiteren PKV-Mitarbeitern und politischen Vertretern statt. Damit konnte der FVDZ erneut einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der Zahnärztinnen und Zahnärzte im Gesundheitssystem leisten.
Kostenloses FVDZ-Special im September: Behördliche Begehung
Aus dem umfangreichen Webinar-Kalender unserer digitalen Lernplattform FVDZ-Campus haben wir erneut ein spannendes Fortbildungsangebot ausgewählt, das wir unseren Mitgliedern (Zahnärztinnen und Zahnärzte) sowie deren Praxismitarbeiterinnen und Praxismitarbeitern kostenlos anbieten.
Wann: Freitag, 25. September 2026 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Aufgepasst: Wer den Live-Termin verpasst hat oder sich die Fortbildung erneut ansehen möchte, kann das Live-Webinar noch 30 Tage kostenlos auf dem FVDZ-Campus weiterhin abrufen. Der Abrufzeitpunkt beginnt mit der Verfügbarkeit der Aufzeichnung - innerhalb von maximal 2 Werktagen.
Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude am Webinar! Anmeldung und Infos unter „Behördliche Begehung“
Baden-Württemberg: Landesversammlung setzt klare Signale
Der Landesvorstand Sachsen des FVDZ, vertreten durch Andreas Huth, Thomas Drachenberg und Cornelia Otto, war am vergangenen Freitag zu Gast bei dem Afterwork-Event „ZA: vor Ort Leipzig“. Unter dem Titel „Klare Zahlen, klare Haltung, klare Linie – wirtschaftliche Sicherheit, ethische Verantwortung und Teamstabilität“ referierte Susanne Woitzik. In einer kurzen Ansprache bekräftigte Huth den Erhalt der Freiberuflichkeit, und Cornelia Otto betonte den hohen Stellenwert des FVDZ als dritte große standespolitische Säule und politische, fachliche und wirtschaftliche Interessenvertretung. Der Abend bot Gelegenheit für persönlichen Austausch und Vernetzung und machte zugleich die gelebte Kooperation zwischen dem FVDZ und der ZA deutlich.
ZäPP: Post von der KZBV
Ende Oktober startet das neue Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP). Dann erhalten rund 33.000 Zahnarztpraxen Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen zur wirtschaftlichen Situation und Rahmenbedingungen der Praxis. Unter Wahrung von Anonymität und Datenschutz soll eine aussagekräftige und belastbare Datengrundlage zur wirtschaftlichen Entwicklung in der vertragszahnärztlichen Versorgung geschaffen werden. Zudem gibt es einen Sonderfragebogen zu Praxisübergabe und Praxisübernahme. Die Angaben werden von den KZVen und der KZBV für die Verhandlungen mit den Krankenkassen auf Landes- und Bundesebene benötigt. Die Übermittlung der Daten soll mit einer finanziellen Anerkennung honoriert werden.
Quelle: KZBV
Bundestag: Linnemann als Gesundheitsminister vereidigt
Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann ist in der vergangenen Woche vereidigt worden. Sein Amt hatte er bereits Ende Juli übernommen – aus Kostengründen wurde allerdings keine Sondersitzung des Bundestages während der Sommerpause zur Vereidigung der neuen Minister nach der Kabinettsumbildung einberufen, sondern der Termin dafür auf die erste Sitzungswoche im September geschoben. Auf Linnemann, der Nina Warken ersetzt, die zur Kanzleramtsministerin aufgestiegen ist, warten große Herausforderungen, die er nach eigenem Bekunden mit Demut und Respekt angehen will. Als erste Amtshandlung sozusagen stellte er den im nächsten Jahr sinkenden Gesundheitsetat im Bundestag vor. Linnemann wird sich vor allem mit dem immer größer werdenden Delta von Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und großen Strukturreformen auseinandersetzen müssen. Die Ausgaben der GKV stiegen um 7,3 Prozent, die Einnahmen jedoch nur um 4,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Der neue Gesundheitsminister erneuerte seinen Vorschlag, den er bereits als CDU-Generalsekretär gemacht hatte, die Zahl der Krankenkassen von heute 93 deutlich reduzieren zu wollen.
Quelle: Tagesspiegel Background, Ärzteblatt, bundestag.de
KBV und Virchowbund: Vorschläge zur Primärversorgung
Auf die Vertragsärzteschaft sollte die Politik bei der Ausgestaltung des geplanten Primärversorgungssystems hören, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister laut Deutschem Ärzteblatt (DÄ). Neben der Vermeidung von „bürokratischen Monstern“ wie den vorgesehenen Neuregelungen für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) sei eine adäquate Vergütung der Praxen gut damit zu begründen, dass die ambulante Versorgung die „preiswerteste Lösung“ im System darstelle. So macht sich die KBV auch stark für eine Entbudgetierung mit- und weiterbehandelnder Fachärzte. Derweil warnt der Virchowbund davor, ein Primärversorgungssystem zu einem „hausärztlichen Flaschenhals“ zu entwickeln, dafür fehlten schlicht die Hausärzte – und macht sich stark für ein Koordinationsarztmodell mit Fach- und Hausärzten.
Quelle: DÄ, Virchowbund
HNO-Ärzte: Weniger Operationen wegen unzureichender Vergütung
Immer mehr niedergelassene HNO-Ärztinnen und -Ärzte geben das ambulante Operieren aus wirtschaftlichen Gründen auf, gleichwohl der Bedarf bei Kindern (Eingriffe an Rachen- und Gaumenmandeln) unverändert hoch sei. Das ergab eine Mitgliederbefragung des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO). Kinder müssten heute meist ein halbes Jahr oder länger auf einen OP-Termin warten mit Folgen wie einer verzögerten Sprachentwicklung (88 Prozent) und einer anhaltenden Hörminderung (82 Prozent). Als wichtigsten Grund für die Einschränkung oder Aufgabe ihrer operativen Tätigkeit nennen 59 Prozent der 387 Antwortenden die unzureichende Vergütung der Eingriffe; zugleich signalisieren rund drei Viertel der Befragten die Bereitschaft, zusätzliche operative Kapazitäten bereitzustellen, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.
Quelle: BVHNO
Keine Lohnfortzahlung nach entzündeter Tätowierung
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wenn sich eine Tätowierung entzündet. Zu diesem Schluss ist das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gekommen.