Aus dem Verband

20. Deutscher Verbändekongress: FVDZ gewährt Blick in die „Werkstatt“
Der 20. Deutsche Verbändekongress in Bonn hat vergangene Woche deutlich gemacht: So wie der FVDZ stehen auch alle anderen Verbände in Deutschland vor großen strategischen Herausforderungen. Durch den Generationenwechsel weicht klassisches Ehrenamt projektbezogener und zeitlich flexibler Beteiligung. Gleichzeitig steigt der Konkurrenzdruck durch digitale Netzwerke, Plattformen und freie Initiativen. Auch werden die Gesetzgebungsverfahren komplexer und schneller. Durch die mediale Überflutung wird es schwieriger, in der politischen Debatte und der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Darüber hinaus bleibt die Modernisierung eine Aufgabe. Dazu gehören Themen wie KI, Verbandssoftware, CRM-Systeme (analog zum PVS) und digitale Mitgliederkommunikation. Gleichzeitig soll die Wirksamkeit interner Strukturen über Satzungsmodernisierung verbessert werden, während Bürokratie, Inflation und steigende Personalkosten drücken. Der FVDZ führt aktuell ein neues CRM-System ein. Bundesgeschäftsführer Ralf Rausch hat beim Kongress gemeinsam mit dem Softwareanbieter Haus Weilgut den FVDZ als zukunftsgerichteten Verband dargestellt. Der Vortrag war bewusst ein Blick in die „Werkstatt“ und sollte als Basis für den Erfahrungsaustausch zwischen den Verbänden dienen. Gleichzeitig wurden Herausforderungen beleuchtet und die konstruktive Zusammenarbeit im Projekt hervorgehoben.

Aus den Landesverbänden

Sachsen-Anhalt: Praxisteamtag bringt Landesverbände zusammen
Beim Praxisteamtag des FVDZ-Landesverbandes Sachsen-Anhalt in Osterfeld kamen Teilnehmende aus Sachsen-Anhalt und Sachsen zusammen. Als Referent gestaltete Jakob Osada, Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen-Anhalt, den Praxisteamtag inhaltlich. Zu Gast waren außerdem Birgit Götzrath, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Thüringen, und Cornelia Otto, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen. Gemeinsam soll die Zusammenarbeit der mitteldeutschen Landesverbände weiter ausgebaut und intensiviert werden. Der nächste Praxisteamtag findet am 5. Dezember 2026 in Nienburg (Saale) statt.

Hessen: Spannende Themen beim Praxisteamtag
Auch der FVDZ-Landesverband Hessen bietet für Chefinnen und Chefs sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 12. September wieder einen Praxisteamtag an. Die Online-Veranstaltung geht von 9.15 bis 14 Uhr. Themen sind: Konfliktmanagement, Notfallmanagement, Hygieneanforderungen und Effizienzsteigerung in der Zahnarztpraxis durch digitale Prozesse. Teilnehmen können Mitglieder (für 160 Euro), Praxismitarbeiter (130 Euro) und Nichtmitglieder (190 Euro). Anmeldungen unter: wulff@fvdz-hessen.de

Niedersachsen: Kostenlose Fortbildung zu CMD
Zu einer zahnmedizinischen Online-Fortbildung lädt der Landesverband Niedersachsen am 11. November von 18 bis 21 Uhr ein. Dabei geht es um den „Tatort Kiefergelenk – Craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD)“. Jan Rustemeyer ordnet Diagnostik und Therapie aus fachübergreifender Sicht ein und steht anschließend für Fragen zur Verfügung. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind hier möglich.

Aus der Gesundheitspolitik

FVDZ: Arbeit von Zahnärzten trägt das Gesundheitssystem
Worte haben Macht. Deshalb ist ihr richtiger Gebrauch so wichtig. „Nutznießer“ ist so ein Wort, dessen falscher Gebrauch an der falschen Stelle eine fast explosionsartige Wirkung entfalten kann. Diese bekommt Bundeskanzler Friedrich Merz derzeit aus der Ärzteschaft zu spüren. Er hielt in einer TV-Diskussionsrunde in der vergangenen Woche einer Kinderärztin, die das GKV-Spargesetz und den Kanzler selbst scharf kritisiert hatte, entgegen, dass sie als Ärztin doch auch „Nutznießer des Gesundheitssystems“ sei. Damit zog sich Merz den Zorn der gesamten Ärzte- und Zahnärzteschaft und aller weiteren Heilberufe auf sich. Wenig verwunderlich, wenn man sich die Definition des Wortes und seiner Synonyme anschaut. Laut Duden ist ein Nutznießer eine Person, die den Nutzen von etwas hat oder einen Vorteil aus etwas zieht, was ein anderer erarbeitet hat. Synonym wird das Wort „Schmarotzer“, „Parasit“ und umgangssprachlich auch „Abstauber“ verwendet. Neben vielen anderen Einzelpersonen, Verbänden und Organisationen verwahrte sich der FVDZ ebenfalls gegen die Bezeichnung als „Nutznießer des Gesundheitssystems“: „Zahnärztinnen und Zahnärzte gehören zu denjenigen, die das Gesundheitssystem tragen – durch unsere tägliche Arbeit mit und für unsere Patientinnen und Patienten“, stellte der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl klar. „Ohne diejenigen, die tagtäglich behandeln, Schmerzen lindern, Menschen heilen und auch noch in ihre Praxen investieren, damit dies möglich ist, gäbe es kein funktionierendes Gesundheitssystem.“
Quelle: Tagesspiegel, Bild Zeitung, FVDZ, Duden

FVDZ: Zuckerabgabe klar an Prävention und Versorgung koppeln
Für große Aufregung sorgte in der vergangenen Woche auch ein Eckpunktepapier zur Zuckersteuer aus dem Bundesfinanzministerium. Demnach gehen die Pläne von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) weit über die „gesüßten Erfrischungsgetränke“, die ursprünglich geplant waren, hinaus. Neben Limonaden sollen demnach auch Säfte, Milchgetränke, Eistees, Biermischgetränke und Fertigkaffees mit der Steuer belegt werden. Die ursprünglich in dem Papier benannten zuckerfreien Getränke wie Light- oder Zero-Limonaden sind nach einer Intervention von Klingbeil selbst wieder vom Tisch. Er bezeichnete das Papier als Arbeitsstand – und dieser sei in der Koalition weder diskutiert noch geeint. Mit ihm werde es aber keine Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke geben. Dafür wurde allerdings klar, dass die Steuer bereits 2027 als echte Steuer und nicht als zweckgebundene Abgabe für das kränkelnde Gesundheitswesen kommen soll. Damit sollen im ersten Jahr 650 Millionen Euro in die Staatskasse gespült werden, später dann 450 Millionen pro Jahr. Der FVDZ kritisierte die geplante Besteuerung: „Wenn man eine Abgabe auf Zucker erhebt oder Zucker besteuert, dann sollte sie zum einen dazu dienen, das Verhalten von Produzenten und Konsumenten zu beeinflussen, und zum anderen sollten zusätzliche Einnahmen strikt an Ausgaben zur Prävention, Aufklärung und Versorgung geknüpft sein“, forderte der FVDZ-Bundesvorsitzende Christian Öttl.
Quelle: Tagesspiegel Background, ZDF, FVDZ

Krankschreibung: SPD-Chefin befürchtet mehr Fehltage
Bundesarbeitsministerin und SPD-Chefin Bärbel Bas hat die Pläne der Bundesregierung für eine verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage gestellt. „Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird“, sagte sie in einem Interview mit der Funke-Medien-Gruppe. Die SPD habe in dem Gesamtpaket nur zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, „obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten“. Die von der CDU gewollten Karenztage oder Kürzung der Lohnfortzahlung seien für die SPD jedoch die schlechteren Alternativen gewesen. Bas‘ Befürchtungen decken sich mit den Ergebnissen einer Umfrage des Sozialverbandes VdK. Es käme vermutlich zu höheren Fehlzeiten als mit der momentan üblichen Regelung der Krankschreibung ab dem dritten Krankheitstag, heißt es dort. Viele Versicherte gaben bei der Befragung an, sie würden sich in dem Fall der Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag vorsorglich für mehrere Tage krankschreiben lassen, um nicht noch einmal zum Arzt zu müssen.
Quelle: Tagesschau, Welt, Tagesspiegel Background

Studie: Welche Erfahrungen haben Sie mit Unterkieferprotrusionsschienen
Die Erfahrungen, Kenntnisse und Einschätzungen von Zahnärztinnen und Zahnärzten im Behandlungsgebiet mit Unterkieferprotrusionsschienen stehen im Fokus einer Studie, die im Rahmen einer Promotion am Zentrum für Schlaf- und Telemedizin der Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen durchgeführt wird. Derzeit läuft eine Befragung zum Thema Bauartwahl von Unterkieferprotrusionsschienen.
Hierfür werden freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht. Die Bearbeitung des Online-Fragebogens nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Die Teilnahme und die erhobenen Daten werden anonym und vertraulich behandelt. Zur Befragung geht es hier.

Praxistipp der Woche

Die Rente der ZFA stützen
Aufgrund der volatilen Zeiten an den Finanzmärkten rückt die Altersvorsorge verstärkt in den Fokus. Ein diversifiziertes
Portfolio ist gefragt. Aber wie schaut es bei den eigenen Mitarbeitern aus?

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