Vorstandssitzungen: FVDZ stimmt geschlossen für das duale System
Mit einem klaren Bekenntnis zum dualen System ist am vergangenen Freitag die jüngste Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes (EV) zu Ende gegangen. Der Bundesvorstand und die Landesvorsitzenden stimmten (bei einer Enthaltung) erneut geschlossen für das aktuelle System mit gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Zu Beginn der hybriden Sitzung in Kiel, zu der die Landesverbände online zugeschaltet wurden, kündigte der Bundesvorsitzende Christian Öttl an, dass es die Forderung nach einem Ausstieg aus der GKV mit ihm an der Spitze des Verbandes nicht geben werde. „Momentan sind 18 Milliarden Euro für die Zahnmedizin im Topf. Wenn wir das System verlassen, ist das Geld weg.“ Aus den 17 Landesverbänden kam mehrheitlich Zustimmung. Christian Honert aus Rheinland-Pfalz prognostizierte, dass ein GKV-Ausstieg für Zahnarztpraxen massive Folgen haben werde. „Wir verlieren junge Kolleginnen und Kollegen, und selbst etablierte Praxen könnten das finanziell eventuell nicht überleben.“ Auch Andreas Koch aus Hessen will am dualen System festhalten: „Wir sollten das jetzige Kassensystem nicht kaputtreden, sondern mit den 18 Milliarden arbeiten, die wir haben“, sagte der Landesvorsitzende. Im Anschluss an die EV-Runde stand der BV noch den Landes- und Bezirksgruppenvorsitzenden in einer Online-Sprechstunde zur Verfügung. Hier gab es unter anderem Infos zur bevorstehenden Hauptversammlung im Oktober in Kassel.
Ostseesymposium: „Wie geht es weiter in der Gesundheitspolitik“
Der FVDZ-Bundesvorstand hat seine Sitzung nach Kiel verlegt, um parallel auch an dem Ostseesymposium des Landesverbandes Schleswig-Holstein teilzunehmen. Dort gab es am Sonnabend eine politische Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Joachim Hüttmann diskutierten FVDZ-Bundesvorsitzender Christian Öttl, FDP-Landtagsabgeordneter und früherer Gesundheitsminister Schleswig-Holsteins Heinrich Garg sowie der Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Hauke Hansen über die Frage: „Wie geht es weiter in der Gesundheitspolitik und mit der Zahnmedizin?“. Während Garg das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz als „reines Kostendämpfungsgesetz“ bezeichnete, das keine Strukturprobleme löse, räumte Hansen ein, dass die aktuelle Bundespolitik „nicht 100 Prozent der Menschen überzeuge“, aber das oberste Ziel sein müsse, die Freiberuflichkeit zu erhalten. Öttl kritisierte, dass das neue Spargesetz die künftigen Honorarsteigerungen einschränke, während die Kosten in den Praxen immer weiter stiegen. Der FVDZ-Bundesvorsitzende betonte auch in dieser Diskussion, dass zum jetzigen Zeitpunkt an dem dualen Krankenversicherungssystem festgehalten werden müsse. „Das System soll die Basis unserer Arbeit und Abrechnung sein.“ Und der FDP-Politiker Garg schlug vor, im bestehenden System die Beitragsbemessungsgrenze abzuschaffen, damit jeder Versicherte selbst entscheiden könne, für welches Krankenkassenmodell er sich entscheide.
PKV-Herbstfest: Kommunikation und Austausch zu Gebührenordnungen
Vergangenen Mittwoch haben der Bundesvorsitzende Christian Öttl und Bundesgeschäftsführer Ralf Rausch den FVDZ beim PKV-Herbstfest in Berlin vertreten. Die Veranstaltung fand erstmalig im Museum für Kommunikation statt, was auch das Motto der Veranstaltung prägen sollte. Passend dazu wurde die Reichweite in Social-Media des begleitenden A-capella-Quartetts German Gents hervorgehoben. Inhaltlich teilte der PKV-Verband vor allem seine Sorge um die jüngeren Menschen in Deutschland. In Richtung der Politik und des neuen Gesundheitsministers wurden mutige, strukturelle und langfristig tragfähige Reformen gefordert. In einem gemeinsamen Gespräch mit dem PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther und Bundeszahnärztekammerpräsidentin Romy Ermler hat Öttl die gemeinsame Haltung zur Zukunft der Gebührenordnungen betont. Dieses Mal stand tatsächlich die GOÄ im Mittelpunkt, wobei bei wesentlichen Punkten eine vernünftige Lösung möglich scheint. Darüber hinaus fanden Gespräche mit weiteren PKV-Mitarbeitern und politischen Vertretern statt. Damit konnte der FVDZ erneut einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit der Zahnärztinnen und Zahnärzte im Gesundheitssystem leisten.
Kostenloses FVDZ-Special im September: Behördliche Begehung
Aus dem umfangreichen Webinar-Kalender unserer digitalen Lernplattform FVDZ-Campus haben wir erneut ein spannendes Fortbildungsangebot ausgewählt, das wir unseren Mitgliedern (Zahnärztinnen und Zahnärzte) sowie deren Praxismitarbeiterinnen und Praxismitarbeitern kostenlos anbieten.
Wann: Freitag, 25. September 2026 von 14.00 bis 18.00 Uhr
Aufgepasst: Wer den Live-Termin verpasst hat oder sich die Fortbildung erneut ansehen möchte, kann das Live-Webinar noch 30 Tage kostenlos auf dem FVDZ-Campus weiterhin abrufen. Der Abrufzeitpunkt beginnt mit der Verfügbarkeit der Aufzeichnung – innerhalb von maximal 2 Werktagen.
Wir wünschen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Freude am Webinar! Anmeldung und Infos unter „Behördliche Begehung“
Baden-Württemberg: Landesversammlung setzt klare Signale
Der Landesvorstand Sachsen des FVDZ, vertreten durch Andreas Huth, Thomas Drachenberg und Cornelia Otto, war am vergangenen Freitag zu Gast bei dem Afterwork-Event „ZA: vor Ort Leipzig“. Unter dem Titel „Klare Zahlen, klare Haltung, klare Linie – wirtschaftliche Sicherheit, ethische Verantwortung und Teamstabilität“ referierte Susanne Woitzik. In einer kurzen Ansprache bekräftigte Huth den Erhalt der Freiberuflichkeit, und Cornelia Otto betonte den hohen Stellenwert des FVDZ als dritte große standespolitische Säule und politische, fachliche und wirtschaftliche Interessenvertretung. Der Abend bot Gelegenheit für persönlichen Austausch und Vernetzung und machte zugleich die gelebte Kooperation zwischen dem FVDZ und der ZA deutlich.
ZäPP: Post von der KZBV
Ende Oktober startet das neue Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP). Dann erhalten rund 33.000 Zahnarztpraxen Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen zur wirtschaftlichen Situation und Rahmenbedingungen der Praxis. Unter Wahrung von Anonymität und Datenschutz soll eine aussagekräftige und belastbare Datengrundlage zur wirtschaftlichen Entwicklung in der vertragszahnärztlichen Versorgung geschaffen werden. Zudem gibt es einen Sonderfragebogen zu Praxisübergabe und Praxisübernahme. Die Angaben werden von den KZVen und der KZBV für die Verhandlungen mit den Krankenkassen auf Landes- und Bundesebene benötigt. Die Übermittlung der Daten soll mit einer finanziellen Anerkennung honoriert werden.
Quelle: KZBV
Bundestag: Linnemann als Gesundheitsminister vereidigt
Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann ist in der vergangenen Woche vereidigt worden. Sein Amt hatte er bereits Ende Juli übernommen – aus Kostengründen wurde allerdings keine Sondersitzung des Bundestages während der Sommerpause zur Vereidigung der neuen Minister nach der Kabinettsumbildung einberufen, sondern der Termin dafür auf die erste Sitzungswoche im September geschoben. Auf Linnemann, der Nina Warken ersetzt, die zur Kanzleramtsministerin aufgestiegen ist, warten große Herausforderungen, die er nach eigenem Bekunden mit Demut und Respekt angehen will. Als erste Amtshandlung sozusagen stellte er den im nächsten Jahr sinkenden Gesundheitsetat im Bundestag vor. Linnemann wird sich vor allem mit dem immer größer werdenden Delta von Einnahmen und Ausgaben der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und großen Strukturreformen auseinandersetzen müssen. Die Ausgaben der GKV stiegen um 7,3 Prozent, die Einnahmen jedoch nur um 4,1 Prozent im ersten Halbjahr 2026. Der neue Gesundheitsminister erneuerte seinen Vorschlag, den er bereits als CDU-Generalsekretär gemacht hatte, die Zahl der Krankenkassen von heute 93 deutlich reduzieren zu wollen.
Quelle: Tagesspiegel Background, Ärzteblatt, bundestag.de
KBV und Virchowbund: Vorschläge zur Primärversorgung
Auf die Vertragsärzteschaft sollte die Politik bei der Ausgestaltung des geplanten Primärversorgungssystems hören, sagte der stellvertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Stephan Hofmeister laut Deutschem Ärzteblatt (DÄ). Neben der Vermeidung von „bürokratischen Monstern“ wie den vorgesehenen Neuregelungen für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) sei eine adäquate Vergütung der Praxen gut damit zu begründen, dass die ambulante Versorgung die „preiswerteste Lösung“ im System darstelle. So macht sich die KBV auch stark für eine Entbudgetierung mit- und weiterbehandelnder Fachärzte. Derweil warnt der Virchowbund davor, ein Primärversorgungssystem zu einem „hausärztlichen Flaschenhals“ zu entwickeln, dafür fehlten schlicht die Hausärzte – und macht sich stark für ein Koordinationsarztmodell mit Fach- und Hausärzten.
Quelle: DÄ, Virchowbund
HNO-Ärzte: Weniger Operationen wegen unzureichender Vergütung
Immer mehr niedergelassene HNO-Ärztinnen und -Ärzte geben das ambulante Operieren aus wirtschaftlichen Gründen auf, gleichwohl der Bedarf bei Kindern (Eingriffe an Rachen- und Gaumenmandeln) unverändert hoch sei. Das ergab eine Mitgliederbefragung des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO). Kinder müssten heute meist ein halbes Jahr oder länger auf einen OP-Termin warten mit Folgen wie einer verzögerten Sprachentwicklung (88 Prozent) und einer anhaltenden Hörminderung (82 Prozent). Als wichtigsten Grund für die Einschränkung oder Aufgabe ihrer operativen Tätigkeit nennen 59 Prozent der 387 Antwortenden die unzureichende Vergütung der Eingriffe; zugleich signalisieren rund drei Viertel der Befragten die Bereitschaft, zusätzliche operative Kapazitäten bereitzustellen, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern.
Quelle: BVHNO
Keine Lohnfortzahlung nach entzündeter Tätowierung
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, wenn sich eine Tätowierung entzündet. Zu diesem Schluss ist das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein gekommen.