1. Resolution – Keine Budgetierung zahnärztlicher Leistungen – Prävention stärken, Versorgung sichern

Wortlaut des Antrags
Die Hauptversammlung des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte weist die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz festgelegte strikte Budgetierung zahnärztlicher Leistungen entschieden zurück. Die Hauptversammlung des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte fordert die Bundesregierung nachdrücklich auf:

1. die Budgetierung zahnärztlicher Leistungen vollständig und dauerhaft abzuschaffen,
2. die präventionsorientierte Zahnmedizin als wesentlichen Stabilitätsfaktor der gesetzlichen Krankenversicherung anzuerkennen und entsprechend zu fördern,
3. eine leistungsgerechte Vergütung sicherzustellen, welche die erheblichen Kostensteigerungen in Personal, Energie, Material und Investitionen realistisch abbildet,
4. verlässliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Freiberuflichkeit, Niederlassungsbereitschaft und eine flächendeckende wohnortnahe Versorgung dauerhaft zu sichern.

Begründung
Die Begrenzung der Dynamisierung von Punktwerten und Gesamtvergütung schadet dem vertragszahnärztlichen Bereich unverhältnismäßig und unbegründet. Die Politik ignoriert die besonderen Leistungen der Zahnärzteschaft für die Gesundheit der Bevölkerung und gefährdet eine zukunftsfähige Versorgung. Die Zahnärzteschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten durch konsequente Präventionsarbeit die Mundgesundheit der Bevölkerung nachhaltig verbessert. Gleichzeitig konnte der Anteil der vertragszahnärztlichen Versorgung an den Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung kontinuierlich gesenkt werden. Die zahnärztliche Versorgung ist kein Kostentreiber im Gesundheitswesen. Im Gegenteil, die Zahnärzteschaft ist ein Paradebeispiel für eine wirtschaftliche, qualitätsorientierte und verantwortungsvolle Mittelverwendung. Die pauschale Sparpolitik des BMG gefährdet erfolgreiche präventionsorientierte Versorgungskonzepte, insbesondere die Parodontitistherapie. Zugleich schwächt sie die wirtschaftliche Grundlage der Praxen, erschwert notwendige Investitionen und gefährdet somit die flächendeckende, wohnortnahe Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Hauptversammlung des FVDZ sieht die reale Gefahr, dass eine undifferenzierte Budget- und Sparpolitik die wirtschaftliche Tragfähigkeit inhabergeführter Zahnarztpraxen zunehmend gefährdet und die Niederlassungsbereitschaft in der Zahnärzteschaft erheblich schwächt. Wer Prävention stärken und Versorgung sichern will, darf die Zahnmedizin nicht budgetieren.

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