Etwa 500 Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Mitarbeiterinnen von Praxisteams haben am 28. Juni vor dem Landtag von Sachsen-Anhalt auf dem Domplatz in Magdeburg gegen eine „faule Politik“ von Landes- und Bundesregierung protestiert. Gleichzeitig blieb ein Großteil der Praxen im Land geschlossen. „Uns fehlt der Nachwuchs, uns fehlt das Fachpersonal, uns fehlt die Zeit für die Patienten, und uns fehlt der Respekt der Landes- und Bundesregierung. Faule Politik führt zu faulen Zähnen“, erklärte FVDZ-Landesvorsitzender Matthias Tamm. Der vom Freien Verband initiierte und von der KZV und der Zahnärztekammer unterstützte Protest richtet sich einerseits gegen die Untätigkeit des Landes angesichts der im Land drohenden Versorgungskrise – bis 2030 wird die Hälfte der 1.263 Vertragszahnärztinnen und -ärzte in Sachsen-Anhalt das Rentenalter erreicht haben – und andererseits gegen die Wiedereinführung der strikten Budgetierung durch das GKV-FinStG. Damit würden die Fortschritte beim Einsatz für eine gute Mundgesundheit in Sachsen-Anhalt gefährdet und zugleich die Behandlung der Volkskrankheit Parodontitis zurückgeworfen, die wiederum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes begünstige. Der Landtag kam an diesem Tag zu seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen, um unter anderem über die zahnärztliche Versorgung und die Einführung einer Landeszahnarztquote zu debattieren.
Quelle: FVDZ aktuell vom 4.7.23

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